ECVET - Mobilität

ECVET bietet Unterstützung bei der Planung, Organisation und Durchführung von Mobilitätsphasen und kann so einen Beitrag zur Qualität transnationaler Mobilitätsmaßnahmen leisten.

Schritte im Mobilitätsprozess

Die Hauptakteure bei Mobilitäten in das europäische Ausland sind entsendende und aufnehmende Einrichtungen und die jeweiligen mobilen Lernenden. Der Mobilitätsprozess lässt sich in die folgenden Schritte strukturieren:

  • Entsendende und aufnehmende Einrichtungen unterzeichnen eine Partnerschaftsvereinbarung, um den Rahmen ihrer Kooperation abzustecken (eine solche Vereinbarung ist nicht zwingend erforderlich, wird jedoch empfohlen, um nachhaltige Partnerschaften zu etablieren).
  • Sie verständigen sich gemeinsam mit der oder dem Lernenden in einer Lernvereinbarung auf entsprechende, zu bestätigende Lernergebnisse, sowie auf einen geeigneten Modus der Dokumentation derselben. In dieser Lernvereinbarung sollen neben Informationen zur Person der/des mobilen Lernenden und zur Dauer des Auslandsaufenthaltes vor allem die zu erwerbenden Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen und gegebenenfalls die damit verbundenen ECVET-Punkte festgehalten sein. Es wird auch festgelegt, dass die Herkunftseinrichtung – sofern die vereinbarten Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen erzielt werden – diese anschließend als Teile der angestrebten Gesamtqualifikation anerkennt.
  • Wie in der Lernvereinbarung festgelegt, erwirbt die/der mobile Lernende die entsprechenden Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen während ihres Auslandsaufenthaltes.
  • Die Bewertung und Dokumentation der erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen erfolgt gemäß den in der Lernvereinbarung festgehaltenen Angaben durch verantwortliche Personen an der aufnehmenden Einrichtung.
  • Das Dokument, in dem die bewerteten Lernergebnisse festgehalten worden sind (Persönlicher Leistungsnachweis; es kann auch der Europass Mobilitätsnachweis dazu verwendet werden), wird bei Abschluss der Mobilitätsphase die/den mobilen Lernende/n übergeben bzw. an die entsendende Einrichtung übermittelt.
  • An der Herkunftseinrichtung werden nach der Rückkehr der/des mobilen Lernenden die im Persönlichen Leistungsnachweis enthaltenen Angaben zu den erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen mit jenen, die in der Lernvereinbarung festgeschrieben wurden, verglichen. Ziel ist es, festzustellen, inwiefern die Angaben übereinstimmen und die erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen – wie in der Vereinbarung festgelegt – als Teil der im Inland angestrebten Qualifikation bzw. als Zusatz dazu akzeptiert werden können.
  • Im Falle eines positiven Ergebnisses werden die im Ausland erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen als Teil der an der Herkunftseinrichtung angestrebten Qualifikation bzw. als Zusatz dazu akzeptiert und somit anerkannt. Der/die mobile Lernende muss z.B. dafür nicht nochmals eine Prüfung ablegen.

Unterstützung bei der Anwendung von ECVET in Mobilitäten

Europäischer ECVET Toolkit

Der europäische ECVET Toolkit enthält eine Vielfalt praktischer Tipps, Vorlagen und weiterführender Informationen für die Anwendung von ECVET, ferner eine Sammlung von Beschreibungen von Lernergebnissen unterschiedlichster Branchen und Qualifikationen. Zahlreiche Kurzvideos illustrieren Erfahrungsberichte aus verschiedenen Ländern.

Hauptzielgruppe sind Praktiker/innen in der beruflichen Bildung, die ECVET in transnationalen Mobilitätsprojekten anwenden möchten. Der "User Guide" in Form eines 7-minütigen Videos bietet einen kompakten Überblick über die gesamte Webseite.

Erstellt wurde der Toolkit von 14 Nationalagenturen aufbauend auf dem Erfahrungsschatz zahlreicher ECVET-Pilotprojekte, LDV-Mobilitäts- und Innovationsprojekte im Programm für lebenslanges Lernen. Der ECVET Toolkit wurde Ende Oktober 2013 auf einer großen ECVET-Konferenz in Brüssel vorgestellt und soll künftig europaweit alle Phasen von Mobilitätsprojekten mit ECVET unterstützen.

www.ecvet-toolkit.eu

ECVET Kontaktstelle und Nationales ECVET Expert/innen-Team

Die ECVET Kontaktstelle fungiert als zentrale Anlaufstelle für Erstinformation zum Thema ECVET. Sie koordiniert auch die Aktivitäten der ECVET Expert/innen.

Die ECVET Expert/innen bieten Beratungen und Schulungen für Personen in der österreichischen Berufsbildungslandschaft an, die unmittelbar an der Erstellung von Lehr- und Ausbildungsplänen beteiligt sind, ferner für Einrichtungen und Firmen, die Lernende mobil machen. Angesprochen werden bevorzugt mobilitätsaffine Bereiche der formalen Bildung, die schon über ein Grundwissen zu ECVET verfügen oder auf erste Erfahrungen mit ECVET aufbauen können.